Chronik der Eisenbahner-Baugenossenschaft Schweinfurt eG
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Gründung

Am 27. August 1911 wurde in Schweinfurt die Baugenossenschaft von Verkehrsangehörigen der Königlichen Bayerischen Verkehrsanstalten gegründet. Zweck des Unternehmens war nach § 2 der ersten Satzung vom 27.08.1911:

1. Der Erwerb von Grundstücken, sowie der Bau oder Erwerb von Häusern zur Beschaffung billiger und gesunder Wohnungen für die Genossen, sowie die Verwaltung, Vermietung und wirtschaftliche Ausnutzung dieser Grundstücke und Häuser.

2. Die erworbenen Grundstücke und Gebäude der Genossenschaft haben dauernd dem Gegenstande des Genossenschaftsunternehmens - Beschaffung von gesunden und billigen Wohnungen für die Genossen - zu dienen und dürfen daher nicht veräußert werden.

 

Die Gründungsmitglieder:

1. Borzel, Georg (Lokomotivheizer)
2. Endres, Georg (Gehilfe im Maschinenhaus)
3. Wunderlich, Philipp (Wagenwärter)
4. Herbert, Gustav (Wagenwärtergehilfe)
5. Herrligkoffer, Rudolf (königlicher Eisenbahnsekretär)
6. Teutsch, Herrmann (königlicher Eisenbahnsekretär)
7. Burkhard, Michael (Wagenwärter)
8. Schreiber, Joh. Bapt. (E-Schaffner)
9. Arbogast, Franz (E-Schaffner)
10. Klüglein, Josef (Gehilfe im Stationsdienst)
11. Söder, Theodor (Hilfsbremser)
12. Wald, Ulrich (Wagenwärter)
13. Karl, Jakob (Packmeister)
14. Füglein, Josef (Wagenwärtergehilfe)
15. Ott, Georg (Wagenwärtergehilfe)
16. Schweitzer, Josef (Wagenwärtergehilfe)
17. Bertlein, Martin (Gehilfe im Maschinenhaus)
18. Seufert, Oskar (Gehilfe im Maschinenhaus)
19. Müller, Sigmund (Wagenwärter)
20. Hofmann, Karl (Wagenwärtergehilfe)
21. Gass, Josef (Wagenwärtergehilfe)
22. Stühler, Martin (Wagenwärtergehilfe)
24. Kaiser, Isidor (Wagenwärtergehilfe)
23. Mauder, Adam (Gehilfe im Maschinenhaus)
25. Mai, Michael (Stationsgehilfe)
26. Schmitt, Eduard (Lokomotivführer)
27. Fiedler, Ferdinand (Wagenwärtergehilfe)
28. Graf, Nikolaus (Wagenwärtergehilfe)
29. Schmitt, Theodor (Lokomotivheizer)
30. Staudt, Andreas (E-Schaffner)
31. Wunderlich, Karl (E-Sekretär)
32. Königer, Michael (Lokomotivheizer)
33. Schmitt, Matthäus (Gehilfe im Maschinenhaus)
34. Maier, Johann (E-Schaffner)

So war nun die Baugenossenschaft von Verkehrsangehörigen der Königlichen Bayerischen Verkehrsanstalten aus der Taufe gehoben und “amtlich eingetragen”.

Die Baugenossenschaft stieß auf so großes Interesse, dass die Mitgliederzahl bereits drei Wochen nach der ihrer Gründung von ursprünglich 34 Gründungsmitgliedern auf 106 angestiegen war. Ein Dekret des Königlichen Amtsgerichtes Schweinfurt, Registeramt, vom 23. Dezember 1911 weist bereits 170 eingetragene Genossen aus.

Hauptzweck der Genossenschaft war laut Satzung, “den Genossen billige und gesunde Wohnungen zu beschaffen”, - eine Zielsetzung, die angesichts der geringen Einkommen der Eisenbahner mehr als schwierig war. Es darf daran erinnert werden, dass ein Handwerker mit 25 Jahren und bei einer Arbeitszeit von 56 Stunden in der Woche 14,90 Reichsmark verdiente. Ein Führerheizer, der dies aber erst nach zehnjähriger Dienstzeit bei den Bayerischen Staatseisenbahnen wurde, hatte ein Bruttogehalt von monatlich 125 Reichsmark. So sah es damals aus: und jetzt sollte “billig und gesund” gebaut werden. Es ist daher nur zu verständlich, dass es verhältnismäßig lange Jahre dauerte, bis die ersten Häuser bzw. Wohnungen erstellt werden konnten.

[Aufbau]